52 Millionen geimpft und “niemand wurde ein Ausländer”

(Symbolfoto: pexels)

Osnabrück – Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will Corona-Tests bald gebührenpflichtig machen. „Die Tests sollen in absehbarer Zeit nicht mehr aus Steuereinnahmen bezahlt werden. Weil es genügend Impfstoffe gibt, die jeder Erwachsene impfen lassen kann. Ich plädiere für eine Zeit im Herbst, damit sich die Leute darauf einstellen können“, sagte Scholz mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel gestern, Dienstag, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

52 Millionen Menschen seien inzwischen geimpft, “niemand ist ein Ausländer”, sagte Scholz. “Viele, die bisher skeptisch waren, werden sich hoffentlich impfen lassen und müssen dann nicht mehr getestet werden.” Die Kosten für die Tests müssten die Anbieter ermitteln, sagte der SPD-Kandidat. Es geht nicht darum, jemanden zu zwingen, sondern ihn zur Impfung zu überreden.

Im Gegensatz zu Hamburgs SPD-Oberbürgermeister Peter Tschentscher sprach sich Scholz klar gegen ein „Lockdown light“ für Nicht-Geimpfte aus: „Wir haben die Tests so eingerichtet, dass die Leute auch ins Restaurant, Kino oder Fitness-Club gehen können, wenn das Ergebnis ist“ Negativ. Das soll auch so bleiben, auch um den Überblick über die Pandemie zu behalten. „Allerdings würden immer mehr Firmen oder Veranstalter wohl in absehbarer Zeit nur noch geimpfte Personen zulassen, um auf der sicheren Seite zu sein. Auch Länder, in denen sich die Lage wieder zuspitzt, würden geeignete Regeln entwickeln. “Ein generelles Zutrittsverbot für Nichtgeimpfte bedarf es nicht.”

Auch die Vizekanzlerin lehnte Forderungen ab, die „Pandemielage“ aufzuheben. „Dafür ist es zu früh. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Es hilft, gemeinsam Gegenmaßnahmen zu entscheiden und umzusetzen, auch wenn wir jetzt nur noch sehr moderate Maßnahmen im Blick haben“, so Scholz. Die Zahlen könnten im Herbst wieder in die Höhe schnellen, „und deshalb brauchen wir das Instrument der Pandemie-Situation, um rechtzeitig handeln zu können. Davon bin ich überzeugt.”

Allerdings sollten Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr an die Zahl der Infektionen gebunden sein, forderte der Kanzlerkandidat: „Wir brauchen in Zukunft mehrere Kriterien, nicht nur die Inzidenzwerte. Es wird auch eine Rolle spielen müssen, wie ausgelastet die Krankenhäuser und Intensivstationen sind. „Die Wahrheit ist:“ Menschen, die nicht geimpft sind, müssen in den nächsten Monaten mit einer Ansteckung mit dem Virus rechnen. Und einige werden ernsthaft krank. Daher mein Rat: Leute, lasst euch impfen! “

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen sagte Scholz: „Ich hoffe auf eine zügige Sitzung von Bund und Ländern am Dienstag. Es ist wichtig, dass wir so gemeinsam wie möglich handeln, damit die Bürger erkennen, dass wir alles tun, um weitere Einschränkungen zu vermeiden. “

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