13 Jahre Haft wegen versuchten Mordes nach tödlichem Geschwindigkeitsunfall am Kurfürstendamm ⋆ Nürnberger Blatt

Die Justitia - ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit
Die Justitia – ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit

Im dritten Versuch verurteilte das Berliner Amtsgericht einen der beiden Speeder aus dem Kurfürstendamm zu 13 Jahren Gefängnis. Die Richter befanden den Angeklagten Marvin N. am Dienstag des versuchten Mordes im Einklang mit der vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Lizenz des Beklagten wurde entzogen und ein fünfjähriges Verbot der Erteilung einer neuen erteilt.

Im Februar 2016 hatte N. mit einem anderen Mann, Hamdi H., an einem illegalen Autorennen am Kurfürstendamm teilgenommen, bei dem ein unbeteiligter 69-jähriger Fahrer getötet wurde. In einem ersten Prozess im Februar 2017 wurden N. und H. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt – die ersten Mordverurteilungen in einem solchen Fall in Deutschland. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die beiden Urteile jedoch im März 2018 auf.

Der zweite Prozess schlug nach einem erfolgreichen Voreingenommenheitsantrag gegen die zuständige Berliner Strafkammer fehl. Die neue Ausgabe dieses Prozesses endete im März 2019 mit neuen Mordurteilen gegen beide Angeklagten. Diesmal stand das Urteil gegen H. – sein Auto war direkt mit dem des Opfers zusammengestoßen. Doch im Juni 2020 räumte der BGH das Urteil gegen N. erneut ein.

Im dritten Prozess gegen H. bewertete die zuständige Berliner Kammer die Tat nun als versuchten Mord – da das Auto von N. nicht direkt an der tödlichen Kollision mit dem Auto des 69-Jährigen beteiligt war. Bei der tödlichen Kollision von Hs Auto mit dem Auto des Opfers war N. kein Komplize, da es keinen gemeinsamen Kriminalitätsplan gab.

Die Richter befanden N. des versuchten Mordes für schuldig. Weil es nur ein Zufall war, dass nicht er, sondern H. mit dem Auto des 69-Jährigen kollidierte. N. wusste wie H., dass das rücksichtslose Fahrverhalten dazu führen kann, dass unbeteiligte Verkehrsteilnehmer sterben. N. akzeptierte dies mit Zustimmung.

In Bezug auf seinen Beifahrer hatte N. jedoch keine bedingte Tötungsabsicht, so dass das Schuldspruch in diesem Punkt fahrlässige Körperverletzung war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann mit einem Rechtsbehelf erneut angefochten werden.

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